Rücktritt

Nun gibt es wohl kein Zurück

Melanie Gamma, 19. Oktober 2017

Radball NLA Rafael Stadelmann und Andreas Zaugg bestreiten ihren letzten NLA-Final

Rücktritt

«Ja, dieses Mal ist es wohl definitiv», sagt Andreas Zaugg und lacht. Er spricht davon, dass er und Rafael Stadelmann sich Ende dieser Saison aus dem Schweizer-Meisterschafts-Betrieb zurückziehen werden. 24 Jahre haben die beiden für den VC Oftringen Seite an Seite gespielt – mit kurzen Unterbrüchen. 1993 bestritten Andreas Zaugg und Rafael Stadelmann ihre erste gemeinsame Saison bei den Schülern B. 2001 feierten sie den ersten Schweizer-Meister-Titel bei den Junioren. Ab 2004 spielten die beiden in der Nationalliga A. Mit dem Sieg im Schweizer Cup und SM-Bronze war 2009 besonders erfolgreich. 2013 folgte der Paukenschlag zum vermeintlichen Schlusspunkt der Zeit als Aushängeschild des VC Oftringen: Überraschend sicherten sich Stadelmann/Zaugg vor Heimpublikum den Schweizer-NLA-Meister-Titel. 21 Jahre waren da vergangen, seit die beiden sich zu einem Team formiert hatten. Andreas Zaugg beendete seine Karriere, Rafael Stadelmann stieg von da an mit Sämi Niklaus ins Rennen. Nach einer Saison wollte auch er das Radballvelo zur Seite stellen. Niklaus fand aber keinen neuen Partner, der VCO drohte den Platz in der NLA zu verlieren. So gaben Stadelmann/Zaugg 2015 ihr Comeback und bestritten noch einmal drei gemeinsame Saisons.

Mitte September nun haben sich die beiden entschieden, endgültig Adieu zu sagen vom Aktivsport. «Unsere Prioritäten haben sich in den letzten Jahren kontinuierlich verschoben», sagt Feldspieler Zaugg, der damit zum einen die berufliche Belastung, zum andern familiäre Veränderungen anspricht. Er wurde 2016 Vater – bei den Stadelmanns wird es ebenfalls bald Nachwuchs geben. Und so spielen die Oftringer am Samstag im toggenburgischen Liechtensteig im NLA-Schweizer-Meisterschaftsfinal ihre letzten Partien auf nationaler Ebene, ehe am 4. November in Liestal noch ein Weltcupturnier ansteht. Zum 13. Mal gehen Stadelmann/Zaugg am Samstag auf Medaillenjagd und treffen im Kampf um ihr sechstes NLA-Edelmetall auf Liestal, Altdorf II, Pfungen und Altdorf I.

Statement

So ganz können es Rafael Stadelmann und Andreas Zaugg aber dann doch nicht lassen. «Wir haben uns vorgenommen, mindestens einmal pro Woche zusammen in der Halle zu stehen», sagt Andreas Zaugg. Er und Torhüter Rafael Stadelmann wollen sich dabei als Sparringspartner zur Verfügung stellen. Schliesslich liegt ihnen viel daran, dass ihre Nachfolger, Sämi Niklaus und Patrick Luder, einst in ihre Fussstapfen treten und ähnlich Erfolge feiern können.

Da auch bei anderen NLA-Teams Veränderungen anstehen, ist dem neuen Oftringer Fanionteam durchaus zuzutrauen, 2018 den Ligaerhalt zu schaffen. «Aber es wird nicht einfach», betont VCO-Vereinspräsident René Lüscher, «der Sprung von der 1. Liga in die NLA ist schon immens, das Tempo ist viel höher in der obersten Spielklasse.» Als aktueller 1.-Liga-Meister hätten Luder/Niklaus ihr Potenzial jedoch aufblitzen lassen und Niklaus verfüge ja bereits über Erfahrung in der NLA.

Auch die Oftringer NLB-Equipe mit Efraim Fluri und Michael Merz soll im Training vom Wissen des abtretenden Duos profitieren können. «Wir freuen uns, etwas von dem, was wir in all den Jahren gelernt und erarbeitet haben, weiterzugeben», sagt Andreas Zaugg. Die Trainer Daniel Hunziker und Adrian Ruf, die seit 2014 Stadelmann/Zaugg betreuten, bleiben indes im Amt.